Reflexion über graue Tage

Im Herbst
fegt die Einsamkeit
rücksichtslos die Straßen leer

schickt die letzten Verlorenen
an den Tresen
und kehrt mit rauen Borsten
den vergessenen Bordstein aus

Und wir laufen
mit den halb geschlossenen Augen
durch transparente Regentage
lassen uns blitzgeblendet
in die richtige Richtung führen

sprechen mit der Vergangenheit
wie mit einem alten Freund
der den ganzen Sommer über
im Versteck der schlechten Scherze
auf uns gewartet hat.

Und während wir
wieder ankommen,
riecht der Balkon nach Blumen,
die wir gar nicht haben.

05/2015

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