7. August 2017, Budapest

Am nächsten Morgen trödeln wir. Die Amis, die gestern angekommen sind, sitzen in der Küche und wir empfehlen uns gegenseitig Reiseziele. Ihr nächster Stopp wird Berlin sein und natürlich laden wir sie ein, in unserem Kiez Halt zu machen, um die undergroundigste Kneipe im Wedding kennen zu lernen. Davor wollen sie aber noch mit einem Kanu die Inseln erkunden. Das ist auch hart. Aber wir sind härter. Vor allem als wir in der Mittagshitze aufbrechen und ich nach 500 Metern voll die Krise bekomme, weil ich so schwitze und wir nicht so schnell eine geeignete Stelle zum Trampen finden. Wir haben uns für Slowenien entschieden, Ljubljana. Da soll es kühler sein und auch einen Besuch wert – Empfehlung von J. aus Berlin, die heute auch aufgebrochen ist – allerdings nach Split – in die Vorhölle der Hitzewelle – viel Spaß.

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5. und 6. August 2017, Zadar

Noch bevor wir uns endlich gegen 18:00 Uhr in diese unsägliche Hitze aufmachen, buchen wir noch eine Nacht dran. Beim Bezahlen nimmt die Hostel-Mutti zu meiner Bankkarte tatsächlich R.s Personalausweis für die Identifizierung. Der alte Trick klappt immer noch. Mir fehlt eigentlich nur noch diese Sonnenbrille in Cool, dann könnte ich in R.s Namen jede Menge Blödsinn anstellen.

Entspannt mit der zweiten Übernachtung, so können wir den nächsten Tag ausschlafen und noch in diesem tollen Super-Hostel abchillen, während draußen alles zerfließt. Wir lernen noch ein paar Leute im Hostel kennen, zum Beispiel J. aus Berlin, M. aus Italien und A. aus Spanien. Kontakte knüpfen ist echt easy, alle sind irgendwie auf Durchreise. Man fragt sich nicht zuerst nach dem Beruf und Alter, sondern woher man gerade kommt und wohin es gehen soll. Mit unserer Art uns fortzubewegen – nämlich zu trampen – sind wir relativ schnell die härtesten und coolsten Traveller im ganzen Hostel.

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4. August 2017, Zadar

Als ich morgens von der Sonne geweckt werde, ist R. schon wach. Wir wechseln uns mit den unruhigen Nächten wohl ab, dafür schläft dann aber auch einer von uns immer wie ein Stein. R.s Hängematte ist über Nacht einfach mal 20 cm abgesunken, darunter wieder diese elenden Dornen. Ich halte einen Finger unter meine Hängematte. Auch ich schwinge nur 2 cm über dem Boden. Die Zikaden machen unglaublich Krach hier im Wald von Olib.

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1. August 2017, Mali Lošinj

Wie erwartet, sind wir vom Rumhängen total fertig. Wir schaffen es gerade so noch auf einen Burger am Hafen, dann schickt uns die Nachmittagshitze zurück in die Unterkunft, wo wir noch mal voll wegpennen. Und auf einmal ist es dann schon Abend und ich überlege tatsächlich, einfach weiter in der Unterkunft zu chillen, meine Beine sind unglaublich schwer und kribbeln – beunruhigendes Gefühl. Doch ich ringe mich dann durch und folge R. in die Stadt die Stufen runter.

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31. Juli 2017, Insel Lošinj, Mali Lošinj

Die dritte und letzte Nacht in Valun wird nach R.’s Horror-Geschichten nun für mich zum Nervenkitzel. Als wir uns in unser Lager zurückziehen, pennt R. sofort in seiner Hängematte ein. Für mich geht die abenteuerliche Reise ins Reich der undefinierbaren Geräusche los. Es ist Samstag Nacht und am Strand von Valun finden sich die Party-People ein. Neben gröhlenden Bayern, Wodka trinkenden Russen und singenden Italienern scheinen auch die Tiere des Waldes ihre ganz persönliche Samstag-Nacht zu zelebrieren. Das Zirpen der Zikaden frisst sich in die Nacht, überall knacken Äste und eine Maus – und hoffentlich nichts Größeres – macht sich an unserem Fressbeutel zu schaffen. Manchmal höre ich es sogar leise schmatzen. Dazu kommt das Taschenlampenfunkeln vom Strand. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was mich mehr ängstigt: Die Vorstellung von irgendwelchen Betrunkenen hier im Wald entdeckt oder von einem der wilden Tiere zerfetzt zu werden. Auf jeden Fall hält mich beides bis zum Morgengrauen wach und ich rolle unruhig in meiner Hängematte hin und her während R. friedlich vor sich hin blubbert. Als es hell ist, schlafe ich zumindest noch ein paar Stunden.

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28. Juli 2017, Insel Cres, Valun

Am Morgen weckt uns sanfte Reggea-Musik aus Brunos Hütte. Es ist noch nicht mal acht, die Bucht noch leer und die Sonne blinzelt durch die Kiefern. Wie schon die letzten Nächte habe ich geschlafen wie ein Stein. Wir frühstücken in der Bucht und erstehen von Bruno Badeschuhe für 25 kn. Zitat Bruno: „Pay what you want.“ – und das mache ich dann auch, indem ich unsere Getränke vom Vorabend bezahle. Was ich nicht weiß: R. hat schon in der Nacht alles bezahlt. Aber was soll’s, es ist sowieso alles recht günstig und Bruno einfach ein netter Typ. Überhaupt scheint er seine Bestimmung hier gefunden zu haben. Wir packen unseren Kram zusammen und verlassen nach einem abschließenden Sprung ins Meer den Strand. Es geht weiter Richtung Süden, die nächste Insel wartet.

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27. Juli 2017, Insel Krk

Von Njivice geht es an der Landstraße weiter Richtung Süden. Ein junger Kroate hält an und fährt uns mit seinem Rennschlitten zum Ortseingangsschild der Stadt Krk. Als er uns abgesetzt hat, dreht er um, sein Ziel war offensichtlich ein anderes. Überhaupt trampt es sich in Kroatien deutlich leichter als in Dunkeldeutschland. Wir laufen nach Krk rein und landen genau da, wo wir eigentlich nicht landen wollten: Auf einer Touri-Meile direkt am Mittelmeer. Lauter grimmig schauende Deutsche – wir könnten auch auf Malle sein. R. versucht uns einen Schiff auf die nächste Insel zu organisieren. Cres oder Raab steht auf dem Schild. Ein Fischkutter wäre erste Sahne – aber wir sind hier im Touri-Gebiet. Niemand nimmt uns mit und so machen wir uns auf den Weg an der Küste entlang in ruhigere Gefilde. Durch Zufall geraten wir illegal auf einen Luxus-Campingplatz, wo die Nacht 300 € kostet – wie man uns später erzählt. Ein steiniger Weg über scharfkantige Felsblöcke liegt hinter uns und ich bin froh, dass R. endlich wieder seine Turnschuhe an hat und jetzt auf die Flipflops verzichtet. Nach dem Seeigel-Massaker wäre jetzt ein gebrochener Knöchel nicht so geil. Als sich der Campingplatz langsam lichtet und wir zu einem öffentlichen Strand kommen, zeigt sich Kroatien noch einmal von seiner ganz entspannten Seite.

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26. Juli 2017, Njivice

In Rijeka schlendern wir am Hafen entlang. Man merkt, dass die Stadt auf Tourismus ausgelegt ist und wir flüchten immer wieder vor deutsch sprechenden Urlaubern. Schließlich versuchen wir es direkt per pedes Richtung Süden – Rijeka soll nur ein kurzer Zwischenstopp sein. Aber nicht ohne einen ersten Sprung ins Meer – immerhin sind wir schon heute bis hierher gekommen. Etwas ziellos schlendern wir durch die Gegend, Blickrichtung Meer. Irgendwann finden wir einen Beton-Zugang zum Wasser. Der Weg führt durch ein großes eisernes Tor, eine alte Treppe hinunter und schließlich an einer Ruine vorbei, die natürlich nur auf unsere Besichtigung gewartet hat. Hier haben sicher schon viele Gestrandete Obdach gefunden.

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