Schulterblick

Ich sehe
Tausend Scherben Zeitsplitter
Kaleidoskop unsortierter Sequenzen
Dazwischen die Gebeine
Deiner Wachsmalkreidedämonen
Und meine Kleider
Voller glitzerndem Staub
Zerlebter Nächte.

Ich höre
Das Echo der trunkenen Straße
Eine Flasche zerbricht
Die Disharmonien feuchter Kellerräume
Und die toten Dielen
Knarren den Hall der Ekstase
Durch stumpfes Gemäuer.

Ich rieche
Den Schnaps am Boden der Gläser
Petersilie auf Broten
Und Kaffee in winzigen Tassen
Träume
Aus denen der Stoff gemacht ist
Verkrustete Brandwunden
Tiefkühlerbsen
Zigaretten und Zimt.

Ich schmecke
Das Blut auf der Zunge
Der unangebrachten Vorschriften
Billiges Bier und teure Freunde
Abgestandenes Duschwasser
Und Erbrochenes
Manchmal.

Ich sehe
Klaviertrümmer in Steinen
Bedeutungsmomente
In deinem Museum des Wahnsinns
Der Sarg mit einladender Geste
Und Jim
Der uns anstarrt
Aber nicht aufhält.

Für Jan

01/19

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