Auf See

In den Fluren der Fremde
Reißt dein Fehlen
Krater in die windigen Wipfel

Vor meinem Fenster
Heimatlose Ferne
Gestriger Verse
Verwoben in unseren frostigen Nächten
Der Flieder längst Blüte
Und Früchte tragende Antwort
Zerspült durch das Unsagbare
Sehnender Zeit
Wie ein wartendes Kratzen
Auf wunden Papierhäuten

Dein Treibholz umkreist
Unseren mundlosen Mond
An der Oberfläche des Meeres
Wo das Spiegeln
Stets splittrig und kantig
Die Küste nicht erreichen kann

Dein Fernsein
Treibt mich in deinen Zeilen um
Wie ein führerloses Schiff
Wanke ich durch knietiefes Dunkel
Weder Hafen noch Hände
Bringen den Anker über Bord
Sand schabt an der Schraube
Wenn du mir schreibst

Der Frost bleibt unser Seemann
Ein Begleiter
Dem niemand das Tau reichen kann
Oder will
Und der Steg
Auf dem wir gehen
Wird schmal
Und auch brüchig
Zu Treibholz irgendwann

12/18

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