Umgestülpt

Das Umgestülpte
zeigt sein Inneres
nicht mehr unter der Oberfläche.

Es streift die Nächte ab,
die es achtlos am anderen Tag
in dunklen Ecken unters Bett pferchte.

Es nimmt sich die Brechung
der ersten Sonnenstrahlen
im morgendlich geschliffenen Fenster vor
und lässt sich nachts
vom Mondlicht statt von fremden Händen
streicheln.

Das Umgestülpte
hat nicht viel zu sagen
denn die sinnlosen Wörter sortiert es aus
lässt sie gar nicht erst mitspielen
in einem Kopf
der ohne Verzerrung
denken muss.

Das Umgestülpte
hat kein Spiegelbild mehr
in dem es lächelnd posiert.

Ihm bleibt nur
das Brennen auf den Fußsohlen
wenn sich die Welt
wie Hölle anfühlt.

Symphonie der Großstadt

09/18

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