9. August 2017, zwischen Wien, Prag und Berlin

Obwohl wir am Abend so ziemlich die letzten waren, die ins Budapester Hostel-Zimmer gekommen sind, bin ich die erste, die aufwacht. Es ist angenehm kühl und ich sehe im Doppelstockbett gegenüber R.s Gliedmaßen über den Bettrand baumeln. Ausnahmsweise ist R. mal nicht vor mir wach. Ich schlüpfe in meine Flipflops und schwimme zur Dusche über den See, der sich im Badezimmer gebildet hat. Vermutlich ist die Toilette nur so sauber, weil keiner Lust auf nasse Füße hat. Da lobe ich mir meine Boots – die haben das Ganze auch gestern Nacht unbeschadet überstanden.

Nach gründlicher Körperkontrolle auf Parasiten, Sonnenbrand, Fleischwunden und sonstigen Auffälligkeiten, bin ich bereit fürs Frühstück in der Party-Zone vom Titty Twister. R. ist inzwischen auch auf und wir pilgern ans „Buffet“. Es gibt etwas Toast, einen Toaster, Cornflakes, Kaffee und die letzte Milchpackung reißen wir uns unter den Nagel. Alles sehr dürftig, aber bei dem Preis unschlagbar.

9. August 2017, zwischen Wien, Prag und Berlin weiterlesen

7. August 2017, Budapest

Am nächsten Morgen trödeln wir. Die Amis, die gestern angekommen sind, sitzen in der Küche und wir empfehlen uns gegenseitig Reiseziele. Ihr nächster Stopp wird Berlin sein und natürlich laden wir sie ein, in unserem Kiez Halt zu machen, um die undergroundigste Kneipe im Wedding kennen zu lernen. Davor wollen sie aber noch mit einem Kanu die Inseln erkunden. Das ist auch hart. Aber wir sind härter. Vor allem als wir in der Mittagshitze aufbrechen und ich nach 500 Metern voll die Krise bekomme, weil ich so schwitze und wir nicht so schnell eine geeignete Stelle zum Trampen finden. Wir haben uns für Slowenien entschieden, Ljubljana. Da soll es kühler sein und auch einen Besuch wert – Empfehlung von J. aus Berlin, die heute auch aufgebrochen ist – allerdings nach Split – in die Vorhölle der Hitzewelle – viel Spaß.

7. August 2017, Budapest weiterlesen

5. und 6. August 2017, Zadar

Noch bevor wir uns endlich gegen 18:00 Uhr in diese unsägliche Hitze aufmachen, buchen wir noch eine Nacht dran. Beim Bezahlen nimmt die Hostel-Mutti zu meiner Bankkarte tatsächlich R.s Personalausweis für die Identifizierung. Der alte Trick klappt immer noch. Mir fehlt eigentlich nur noch diese Sonnenbrille in Cool, dann könnte ich in R.s Namen jede Menge Blödsinn anstellen.

Entspannt mit der zweiten Übernachtung, so können wir den nächsten Tag ausschlafen und noch in diesem tollen Super-Hostel abchillen, während draußen alles zerfließt. Wir lernen noch ein paar Leute im Hostel kennen, zum Beispiel J. aus Berlin, M. aus Italien und A. aus Spanien. Kontakte knüpfen ist echt easy, alle sind irgendwie auf Durchreise. Man fragt sich nicht zuerst nach dem Beruf und Alter, sondern woher man gerade kommt und wohin es gehen soll. Mit unserer Art uns fortzubewegen – nämlich zu trampen – sind wir relativ schnell die härtesten und coolsten Traveller im ganzen Hostel.

5. und 6. August 2017, Zadar weiterlesen

4. August 2017, Zadar

Als ich morgens von der Sonne geweckt werde, ist R. schon wach. Wir wechseln uns mit den unruhigen Nächten wohl ab, dafür schläft dann aber auch einer von uns immer wie ein Stein. R.s Hängematte ist über Nacht einfach mal 20 cm abgesunken, darunter wieder diese elenden Dornen. Ich halte einen Finger unter meine Hängematte. Auch ich schwinge nur 2 cm über dem Boden. Die Zikaden machen unglaublich Krach hier im Wald von Olib.

4. August 2017, Zadar weiterlesen

1. August 2017, Mali Lošinj

Wie erwartet, sind wir vom Rumhängen total fertig. Wir schaffen es gerade so noch auf einen Burger am Hafen, dann schickt uns die Nachmittagshitze zurück in die Unterkunft, wo wir noch mal voll wegpennen. Und auf einmal ist es dann schon Abend und ich überlege tatsächlich, einfach weiter in der Unterkunft zu chillen, meine Beine sind unglaublich schwer und kribbeln – beunruhigendes Gefühl. Doch ich ringe mich dann durch und folge R. in die Stadt die Stufen runter.

1. August 2017, Mali Lošinj weiterlesen